Die Hochzeit meines Bruders

Mai 1, 2010

Im November letzten Jahres kündigte mein lieber Bruder Ronny an, seine Sophia im nächsten Sommer zu heiraten. Endlich – nach 12 Jahren wurde das auch Zeit. Wir alle freuten uns sehr. Das aus dem Termin im Sommer schließlich der 17. April wurde, hängt wie folgt zusammen. Auf ihrer Suche nach einer geeigneten Lokalität für ihre große Feier stießen die beiden auf Schloss Scharfenberg bei Meißen und wussten sofort – das muss es sein. Der Zufall wollte es, dass es für das Jahr 2010 nur noch einen einzigen freien Termin an einem Samstag gab: den 17.4.

Mit Beginn des neuen Jahres fingen die Vorbereitungen mit dem Versenden der Einladungen an. Ich war darauf als Ansprechpartnerin genannt worden. Darüber habe ich mich sehr gefreut, noch mehr jedoch darüber, dass ich die Trauzeugin meines Bruders sein durfte. Weitere Ansprechpartnerin für alle Gäste  war die liebe Margret, eine Schwester der Braut, die zur Zeit in Peking wohnt. Um das Organisationskomitee noch etwas internationaler zu streuen ;-) , wurde Susi, beste Freundin von Sophia und wohnhaft in Italien, zu deren Trauzeugin ernannt. Aufgrund diverser Zeitdifferenzen und Tagesabläufe gestaltete sich das Zusammentreffen des Komitees via Skype als äußerst schwierig. Die gute Seite daran war, das die Hochzeit von Ronny und Sophia zum internationalen Ereignis wurde. So stimmte der Mitbewohner von Margret in Peking über Sophias Hochzeitskleid ab, fieberten die Nachbarn auf der Aldrich in Minneapolis bei der Fertigstellung des Hochzeitsgeschenkes mit und Susis Freunde in Ankona erkundigten sich regelmäßig über den Stand der Festorganisation.

Nun ja, trotz aller Aufregung, haben die Vorbereitungen viel Spaß gemacht und die Vorfreude war groß.

Das Fest war schließlich wundervoll. Es wurde ausgelassen gefeiert,  gelacht und zu später Stunde auf Tischen getanzt. Für alle der etwa 100 Gäste war es ein schöner, unvergesslicher Abend.

Als mir Ronny und Sophia im November von ihren Hochzeitsplänen erzählten, wusste ich sofort, was ich den beiden schenken würde: einen Hochzeitsquilt. Für jemanden der überhaupt nicht nähen konnte, war dies ein großes Projekt und so begab ich mich recht bald auf die Suche nach einer Gestaltungsidee, Stoffen und einem Nähkurs. Ich fand alles (und eigentlich viel mehr…) in einem kleinen Lädchen mit dem schönen Namen „Quilter’s Haven“ in Rosemount, eine Stadt im Süden von Minneapolis. Jean, die Besitzerin des Ladens, und Gwen, meine Nählehrerin, haben mir mit viel Geduld und Hingabe das Quilten gelernt und ich freue mich sehr, sie und die vielen anderen Quilterinnen, die sich immer mittwochs und freitags zum Nähen im „Quilter’s Haven“ treffen, kennen gelernt zu haben. Ich hoffe sehr, dass ich die Zeit finden werde, mich meinem neuen Hobby auch nach unserer Rückkehr nach Dresden widmen zu können. (Ich muss schließlich noch 2 weitere Quilts fertigstellen – einen für Lilli und einen für Hannes).

An dieser Stelle möchte ich unseren Block beenden und mich für euer großes Interesse bedanken. Ich weiß, dass es manchmal etwas länger gedauert hat, bis ich einen neuen Eintrag eingestellt habe, doch ich denke, ihr habt trotzdem ein wenig miterleben können, wie es uns hier in Minneapolis ergangen ist.

Am 6.6. werden wir zurück nach Deutschland fliegen (Dieses Mal hoffentlich ohne Umbuchung wegen Vulkanasche. Wir saßen deshalb nämlich knapp eine Woche in Deutschland fest). Ein bisschen eher als geplant, was jedoch nicht daran liegt, das wir Heimweh haben. Wir wären gern noch länger geblieben. Klaus beginnt seine neue Stelle bei der Allianz am 14.6., deshalb die vorzeitige Rückreise. Wir hatten (und haben) eine unglaublich schöne Zeit in Minneapolis und ich muss zugeben, dass wir nie erwartet hatten, uns an einem anderen Ort als Dresden so wohl fühlen zu können. In den kommenden Wochen sind viele Abschiedstreffen geplant. Lilli wird sogar eine große Party mit allen Kindern ihrer Gruppe feiern. Für beide, Lilli und Hannes, war unsere Zeit hier ein tolles Erlebnis und wir hoffen sehr, dass sie sich noch lange daran erinnern werden. Eine Woche vor unserem Abflug werden wir noch ein paar Tage in Chicago verbringen – doch davon erzählen wir euch lieber – in Dresden…

Hoch lebe das Brautpaar

Mit viel Freude und ein wenig Stolz fertiggestellt: Danke an Jean, Gwen und dem Quilter’s Haven

Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii…

April 29, 2010

Als wir neulich in Deutschland zu Besuch waren (dazu komme ich später) und dieses Lied im Radio gespielt wurde, plapperten auf einmal zwei Stimmchen wie wild durcheinander: „Aber Mama, wir waren schon auf Hawaii, stimmt’s?“ Und schon wurde von Erlebtem und Gesehenem erzählt und wir waren erstaunt, woran sich Lilli und Hannes noch so erinnern konnten…

Heute nun endlich nehme ich mir die Zeit, von unserem Urlaub zu berichten. Vielleicht habe ich deshalb so lange gezögert, weil ich weiß, dass es ein längerer Eintrag wird oder weil ich es schwierig finde, kurz und knapp darüber zu berichten – vielleicht ist es auch beides. Mal sehen, was daraus wird…

Ankunft: Nach der 10-stündigen Anreise kamen wir geschafft, aber voller Vorfreude im warmen Kahului auf Maui an, mieteten uns ein Auto und fuhren zu unserem Ferienhäuschen im Mama’s Fishhouse Inn direkt am Meer in der Nähe von Paia im Norden der Insel. Das Restaurant im Inn ist laut Reiseführer eines der Besten der Insel – wegen seiner Lage und der überaus leckeren Fischgerichte, was wir  ein paar Tage später bestätigen konnten. Demenstsprechend war es gut gefüllt. Die großen Fenster waren geöffnet und das Stimmengewirr der Gäste vermischte sich mit dem Meeresrauschen. Da die Dämmerung einsetzte, wurden die Fackeln im Palmengarten angezündet… Was für ein Urlaubsbeginn!

Ankunft im Paradies

Tag 1: Nachdem der Jetlag unsere Kinder um 4 Uhr früh hat wach werden lassen, wir um 5 Uhr ein ausgedehntes Frühstück im Dunkeln eingenommen hatten (Gott sei Dank hatten wir noch am Abend zuvor unseren Kühlschrank gefüllt), machten wir uns gegen 8 Uhr auf Richtung Westküste. Diese sollte uns von allem Gesehenen auf Maui am besten gefallen und am meisten beeindrucken – vielleicht, weil sie uns mit ihren Klippen ein wenig an die Küste Irlands erinnerte. Am Meer angekommen, hielten wir Ausschau nach Walen und konnten tatsächlich welche in der Ferne entdecken. Unser nächster Stop war Lahaina, ein hübsches Städtchen, das mit seinen vielen Lädchen und Restaurants alle Besucher zum Verweilen einlädt. Es war 10 Uhr und wir entschieden uns für ein zweites Frühstück, lag doch unser erstes 5 Stunden zurück.  Nach einer kurzen Wanderung entlang der Küste ging es endlich an den Strand und in das glasklare, angenehm warme, blaue Wasser…

Der Courthouse Square in Lahaina

Auf dem Weg zur Küste

Achtung Welle :-)

Tag 2: An diesem Tag ging es Richtung Osten auf der „Road to Heavenly Hana“. Der 109 km lange Highway hielt, was viele Reisführer versprachen und wir fanden schnell heraus, warum dieser Teil auch „The Land That Time Forgot“ genannt wird. Atemberaubende Wasserfälle, wunderschöne, teils versteckte Strände, spektakuläre Küstenlinien, tropischer Regenwald – um alles zu sehen und zu erleben hätten wir mehrere Tage gebraucht. Wir haben deshalb versucht, das für uns Schönste und mit einem 2- und einer 4-Jährigen Erreichbare auszuwählen…

Unterwegs im Regenwald

Auf einem Abstecher vom Hana Highway

Blick auf den „Black Beach“ – dem einzigen schwarzen Strand auf Maui

Tag 3: Auf ging’s – dieses Mal entlang der Südküste. Am untersten Zipfel waren wir begeistert, als wir Delfine im Wasser umherspringen sahen. Klaus und ich konnten gar nicht genug davon bekommen, Lilli und Hannes verloren schnell die Geduld. Für die beiden war das Besondere wohl doch zu weit in der Ferne. Außerdem wollten sie so unbedingt an den Strand, dass ihr Desinteresse bald in Frust umschlug. Nun ja, wir mussten zugeben, dass sich unsere Strandaufenthalte bisher nur auf einmal kurz ins Wasser hüpfen und in der Sonne trocknen lassen beschränkt hatten. Alles andere erschien uns zu langweilig – schließlich gab es so viel zu sehen! Das war unseren Kindern jedoch so ziemlich egal und so ließen wir uns schließlich dazu überreden, den Rest des Tages am Strand zu verbringen, was letztlich doch sehr schön war (denn immerhin konnten wir die beiden vom Strandhopping überzeugen und haben so auch recht viel gesehen…)

Endlich hat man seine Ruhe…

Tag 4: An diesem Tag waren wir zunächst unterwegs im IaoValley State Park. Neben vielen kleinen Besonderheiten gibt es hier den vom üppigen Dschungel überwucherten Gipfel der Iao Needle, welche am Rande es Iao Flusses emporragt und vom Pu’u Kukui Crater umgeben wird, zu bestaunen. Die Kinder begeisterte jedoch eher unsere Wanderung entlang des Flusses. Das Herumklettern hat sie schließlich so geschafft, dass wir an diesem Tag erstmals eine Mittagspause einlegten und am späten Nachmittag beschlossen, unser Abendbrot mit an den Strand zu nehmen und den Sonnenuntergang zu genießen.

Die Iao Needle

Flusswanderung

Im Bann der Sonne

Tag 5: An diesem Morgen wurden wir um 6 Uhr durch unser Telefon geweckt. Die Managerin des Inns bat uns wegen einer Tsunami-Warnung unsere Sachen zu packen und uns auf  „higher grounds“ zu begeben. Die Aufregung kam (zumindest für mich) nicht erst in dieser Minute. Am Abend zuvor war das Fernsehprogramm aufgrund dieser Meldung unterbrochen worden und sie hatte mir eine schlaflose Nacht bereitet. Ich machte mich also sofort ans Kofferpacken, während Klaus gemütlich den Frühstückstisch deckte – schließlich wurde die Welle erst um 11 Uhr erwartet. Gegen 8 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Gipfel des Haleakala, einem Vulkan, der über 3000m über den Meeresspiegel ragt und sowieso noch auf unserem Programm stand. Dort sollten wir sicher sein. Erstaunlicherweise waren die Straßen recht ruhig, nur an den Tankstellen hatten sich teilweise kilometerlange Schlangen gebildet. Nach mehreren Stops und kleineren Ausflügen in die Kraterlandschaft kamen wir gegen 10 Uhr oben auf dem Gipfel an. Dort fiel uns auf, dass wir unsere Pässe im Safe unseres Ferienhauses vergessen hatten und während mir Angst und Bange wurde, überlegte Klaus, ob wir mit den vielen anderen dort auf die Welle warten oder aber ein Picknick auf dem Rückweg machen sollten. Nachdem ich mich etwas beruhigt hatte (wozu auch die Entspanntheit meiner Familie und aller anderen Leute, die uns begegneten, beitrug), entschieden wir uns für letzteres. Überall säumten parkende Autos die Straße und jeder wartete gespannt darauf, ob etwas passieren würde. Gesehen hat man von der Welle gar nichts, zumindest nicht von oben. Irgendwann am Nachmittag gab es die Entwarnung und wir entschieden uns, noch einmal die Westküste zu umfahren, dieses Mal von der anderen Seite. Beeindruckt hat uns dort das Nakalele Blowhorn.  Dies ist laut Wikipedia „eine enge Öffnung am Ende einer Meereshöhle, die über die Höhlendecke hinauf ins Freie reicht. Wenn eine Brandungswelle auf die Mündung der Höhle auftrifft, wird sie durch die Höhlenwände  zum Blowhole geführt, was bei geeigneter Geometrie der Höhle und den richtigen Wetterbedingungen zu spektakulären Wasserfontänen führt.“ Letzteres können wir bestätigen. Den Abend verbrachten wir in Lahaina und ließen es uns bei einem vorzüglichen Abendessen in Forest Gump’s „Buba Gump Shrimp Restaurant“ gut gehen.

Ausblick vom Haleakala

Eindrücke von der Westküste

Das Nakalele Blowhole

Tag 6: Am Sonntag stand „Whale Watching“ auf dem Programm. Nachdem wir den Vormittag am Strand verbracht hatten, ging es am frühen Nachmittag mit dem Boot die Westküste entlang. Während Lilli gespannt das Meer beobachtete, machte Hannes das Schaukeln des Bootes so müde, dass er im Stehen einschlief. Er verpasste damit das großartige Naturschauspiel, aber ich glaube, dass ihm das nicht so viel ausgemacht hat. Wir konnten gleich mehrere Wale beobachten, die in der Nähe des Bootes aus dem Meer sprangen – eine Erlebnis, das wir nicht vergessen werden. Unseren letzten Abend auf Maui verbrachten wir schließlich bei einem wundervollen Abendessen in Mama’s Fishhouse…

Spannung…

…und Entspannung beim „Whale Watching“

Ein bisschen zu spät am Drücker…

Tag 7: Mahalo Maui – Aloha Kauai. Nach einem einstündigen Flug landeten wir in Lihue und machten uns gleich nach unserer Ankunft auf in unser neues Ferienhaus wieder im Norden der Insel. Dieses Mal hatten wir ein kleines Häuschen auf einer Ökofarm gemietet und freuten uns schon sehr auf eine Woche inmitten der Natur. Wir wurden herzlich willkommen geheißen und uns wurde sofort angeboten, dass wann immer wir möchten, Obst und Gemüse der Farm ernten können. Dieses Angeobt nahmen wir sehr gern an und so gab es jeden Morgen frisch gepressten Grapefruitsaft und abends frische Avokados, Salat und anderes Gemüse. Lilli und Hannes waren besonders gern auf der Farm unterwegs und ließen es sich anschließend auf der Hängematte auf unserer Terrasse gut gehen. Ein bisschen gewöhnen mussten wir uns an unsere Mitbewohner, die Geckos, die überall im Haus zu finden waren und Klaus hin und wieder nervös machten…

Lilli und Hannes bei der Arbeit…

…und danach: ausruhen

Tag 8: Wir fuhren entlang der Nordküste und entdeckten als erstes das Kilauhea Lighthouse – malerisch gelegen und nur einen Katzensprung von unserem Ferienhaus entfernt. Da es an diesem Tag sehr windig war, verbrachten wir eine ganze Weile damit, die gigantischen Wellen zu beobachten, die sich an den Felsen der Küste brachen. Danach kamen wir auf einer kleinen Wanderug zu einem schönen Strand, bei dem ein kleiner Fluss ins Meer mündete. Für Lilli und Hannes  gab es kein Halten – der winzige Strom war ihrer… Wir fuhren schließlich über das wunderschöne Städtchen Hanalei bis zum Ha’Ena State Park. Diesen in Ansätzen zu entdecken, nahmen wir uns für einen anderen Tag vor.

Das Kilauea Lighthouse

Stürmische See

Traumhafte Landschaft in der Nähe von Hanalei

Tag 9: An diesem Tag erkundeten wir den Westen der Insel. Da Kauai nicht umfahrbar ist, fuhren wir zum äußersten Zipfel der Westküste und genossen Sonne, Strand und Meer mit Blick auf die wunderbare Na Pali-Küste. Auf der Rückfahrt fuhren wir zum Waimea Canyon State Park. Leider hatten wir kein Glück mit dem Wetter, so dass wir uns nur für eine kurze Wanderung am Rande des Canyons entschieden.

Am Polihale Beach

Der Waimea Canyon

Kurze Pullerpause und weiter geht’s…

Tag 10: Wir hatten uns für diesen Tag eine Dschungelwanderung im Inneren der Insel ausgesucht. Es kostete etwas Zeit und Mut (wir hatten keinen im Reiseführer empfohlenen Allradantrieb und die Straßen waren unbefestigt und schlammig) zu deren Ausgangspunkt zu gelangen, doch die Mühe hatte sich gelohnt. Wir alle genossen unsere kleine Entdeckungsreise durch den Regenwald sehr und es war besonders aufregend zu wissen, dass dort einige Szenen des Films „Jurassic Park“ gedreht worden waren. Lilli und Hannes hielten deshalb ständig nach Sauriern und deren Fährten Ausschau und sind selten so gut und weit gelaufen ohne sich zu beschweren. Am Abend belohnten wir uns mit einem äußerst leckeren Abendessen im „Beach House“ und genossen den Blick auf das Meer und den Sonnenuntergang.

Nicht sehr spektakulär, aber ein Foto wert: Das Eingangstor aus dem Film „Jurassic Park“

Auf dem Jungle-Trail

Nach einem langen, schönen Tag: Verdienter Ausblick vom Beach House

Tag 11: Pause – einen Tag nur Sonne, Sand und Meer an den Stränden im Osten der Insel, an denen das Meer etwas ruhiger ist. Klaus und ich versuchten abwechselnd das Schnorcheln und entdeckten ein Stück bunte Fischwelt im Pazifik.

Tag 12: Ein Stück des 18km langen Kalalau Trail entlang der Na Pali Küste wollten wir wenigstens gehen, um die  schönste landschaftliche Attraktion auf Kauai in Ansätzen gesehen zu haben Die fast 50 km lange Küste voller Klippen und Täler ist eines der Wahrzeichen von Hawaii und in jedem Bildband oder Reiseführer zu finden. Zwischen den scharfkantigen Bergen liegen grüne Täler, zum Meer hin werden sie von halbmondförmigen, gelben Sandstränden begrenzt. Eine Erschließung mit Straßen war in diesem Gelände nie möglich, deshalb kann man die Küste nur zu Fuß – auf dem Kalalau Trail – per Helikopter aus der Luft oder mit Booten vom Meer aus erkunden. Die letzten beiden Möglichkeiten wären zu abenteuerlich für die Kinder gewesen. Wir  nahmen uns deshalb vor, wenigstens die erste Klippe zu Fuß zu erklimmen, um einen Blick auf die Küste zu erhaschen. Lilli und Hannes machten ihre Sache prima und so war auch der Weg hinab gar kein Problem. Diese Wanderung war eine unserer schönsten…

Ach, wie ist das Leben schön – Lilli auf dem Kalalau-Trail

Unterwegs auf schlammigen Wegen

Geschafft: Blick auf die Na Pali Küste

Tag 13: Am letzten Tag freuten wir uns auf unseren schon weit im Voraus gebuchten Lu’au. Dieses hawaiianische Fest ist eine Kombination aus Hula-Vorführung und traditionellem Essen. Für Letzteres wird oft ein Erdofen verwendet, bei dem eine Vertiefung in der Erde mit heißen Steinen ausgelegt ist. Ein Kalua-Schwein wird in Bananen- und Ti-Blättern eingewickelt, auf die Steine gelegt und mit Erde zugedeckt. Über einen Zeitraum von ca. 9 Stunden wird das Schwein im Ofen gebacken. Klaus sprach den ganzen Tag von nichts anderem, ich bin mir jedoch sicher, dass er sich an unser letztes Stranderlebnis an diesem Tag noch sehr gut erinnern kann. Direkt neben uns hatte es sich nämlich eine Robbe gemütlich gemacht und genoss wie wir nach unserer letzten Dschungelwanderung am Morgen die frische Brise des Meeres.

Letzte Kletterpartie im Dschungel

Kleine Ruhepause…

…vor dem nächsten Abenteuer

Lilli ganz stolz auf dem Lu’au

Am nächsten Tag ging es zurück nach Minneapolis… Mein Bericht ist nun doch recht lang geworden, aber nicht vollständig. Mehr Fotos und Erinnerungen werden gern bald in Dresden gezeigt bzw. erzählt.

Der Winter Carnival in St. Paul

Februar 15, 2010

Vom 27. Januar bis 6. Februar lud St. Paul zum ältesten und größten Winterfestival der USA ein. Zu den Highlights gehörten verschiedene Umzüge, Konzerte sowie ein Eis- und Schneeskulpturen-Wettbewerb.

Leider spielte das Wetter an den meisten Tagen des Festes nicht mit – ja es gab sogar Tauwetter, was vielen Eis- und Schneeskulpturenkünstlern zu schaffen machte. Wir waren trotz Regenwetter an einem Tag dabei und erlebten den kleinen Kinderumzug, ein nettes Kinderprogramm und bestaunten tauende, aber dennoch wundervolle Eisskulpturen.

Ach ja, der Winter, der Winter. Am nächsten Montag entfliehen wir ihm für 15 Tage, denn es geht in unseren Urlaub nach Hawaii. Wir alle freuen uns riesig und träumen schon von Sonne, Palmen, weißen Stränden, unserem bereits gebuchten Luau auf Kauai, aufregenden Wanderungen, wundervollen Wasserfällen und atemberaubenden Ausblicken auf den Pazifik… Bis bald & Aloha Hawaii!

Eine kleine Schneekönigin

Unser persönlicher Eisskulpturenfavorit

Zum Ice Skating auf den Centennial Lakes

Februar 15, 2010

Da wir im nächsten Winter unbedingt mit unseren Kindern in den Skiurlaub fahren wollen und sie dort das Skifahren lernen sollen, dachten wir, wir fangen diesen Winter schon mal mit dem Eislaufen an – zumindest Lilli trauten wir das zu.

In der Stadt gibt es überall Skating Rings. Ein besonders schöner befindet sich auf den Centennial Lakes in Bloomington. Die Lakes sind in einem kleinen Park und man kann von einem zum anderen See durch kleine und größere Brücken fahren. Rund um die Seen sind die Bäume mit Lichterketten geschmückt, gleich neben dem Eingangsgebäude gibt es einen Kamin zum aufwärmen – eine richtig einladende Atmosphäre.

Wir liehen uns Schlittschuhe und einen so genannten Push Trainer für Lilli aus und los ging’s. Nach einigen wackligen Anfangsversuchen klappte es  schon bald richtig gut und schließlich Lilli wollte gar nicht mehr vom Eis. Diesen Winter werden wir sicher noch öfter dort sein…

Das geht doch schon prima, oder?

Das Minnesota Children’s Museum in St. Paul

Februar 12, 2010

Das Children’s Museum stand ganz oben auf unsere Liste der Aktivitäten für den Winter und obwohl dieser schon seit einiger Zeit andauert, hatten wir es bisher nicht geschafft, einmal dorthin zu fahren.

Es ist, wie der Name schon sagt, ein Museum ausschließlich für Kinder und – typisch amerikanisch – gigantisch. Wir waren einige Stunden dort und haben nicht alle Ausstellungen bzw. Lern-und Spielbereiche besuchen können. Es gibt insgesamt fünf davon (Earth World, Habitot (eine Entdeckungswelt für Toddler), Rooftop ArtPark, Our World & World Works). Zudem laden noch Wanderaustellungen (z.Zt. Dinosaurs & Children of Hangzhu) zum Lernen, Spiel und Spaß ein.  Lilli und Hannes waren vollauf begeistert und wollten gar nicht mehr gehen – seht selbst…

Auf Entdeckungsreise in der „Earth World“

Beim Malen und Gestalten

Ein kleiner fleißiger Helfer in „Our World“

Auf der Krankenstation

Beim Einkaufen…… und Bezahlen

Großer Wasserspaß in „World Works“

Kite Festival on Lake Harriet

Januar 10, 2010

Nicht im Herbst, sondern im tiefsten Winter bei -18 Grad werden hier die Drachen steigen gelassen. Das Ganze fand auf dem zugefrorenen Lake Harriet statt und für Lilli und Hannes war es schon ein Erlebnis, auf dem See herumlaufen zu können. Es gab – typisch Amerika – große, tolle Drachen zu sehen, dazu Hot Apple Cider, Marshmallows am Stock sowie Kutschfahrten und natürlich Ice Fishing zu erleben. Lilli und Hannes fanden es furchtbar spannend, ihre kleine Angel in ein winziges Loch zu halten und darauf zu warten, dass ein Fisch anbeißt – leider ohne Erfolg…

Auf dem Lake Harriet

Für ein wenig Wärme wurde gesorgt

Eis, Schnee und Drachen

Hannes und Lilli beim Eisfischen

Happy New Year!

Januar 10, 2010

Wir möchten uns bei euch für die lieben Weihnachtsgrüße bedanken und allen ein gesundes, glückliches Jahr 2010 wünschen!

Wir haben im Gegensatz zu 2008 ganz ruhige Weihnachtsfeiertage hinter uns und es einmal sehr genossen, keine Termine zu haben. Der Weihnachtsmann kam trotz Schneesturm bei uns vorbei, leider just in der halben Stunde, in der wir eine Runde um den Block gelaufen sind. Hannes war darüber sehr traurig  und wir dachten schon, Heiligabend wäre gelaufen. Als er jedoch die vielen Geschenke und das Riesenpaket meiner Eltern unter dem Weihnachtsbaum liegen sah, war die Welt (natürlich) wieder in Ordnung. Das Auspacken der Geschenke hat ewig gedauert und wir alle hatten viel Spaß dabei. Danach gab es traditionell Kartoffelsalat und Würstchen – keine Wiener, aber welche, die so aussahen und in etwa so geschmeckt haben.

Schwierig gestaltete sich hier das Besorgen der Zutaten für unsere Weihnachtsgans. Rotkohl war nach einigen Bemühungen noch zu finden, die Klöße haben uns meine Eltern geschickt (da es das hier nicht gibt) und die Gans… – die hatten wir schon fast abgeschrieben. Als wir in verschiedenen Supermärkten nach Gans oder Kaninchen gefragt haben, wurden wir nur fragend (aber wie immer freundlich) angeschaut. Glücklicherweise gab uns Markus den Tipp zu einer Verkaufsaktion bei Cup Foods. Die Gans kostete zwar das Fünfache vom Kilopreis eines Truthahns – aber das war es uns wert und Klaus hat sie mal wieder fantastisch hinbekommen.

Silvester haben wir zusammen mit Markus, Meggi & Mila und Jenn, Chris & Ayden bei uns gefeiert. Es gab Unmengen zu essen und zu trinken, wir haben viel gelacht und die Kinder waren außer Rand und Band. Das „Highlight“ für alle war, als Klaus gegen 11 unseren Weihnachtsbaum im Garten verbrannt hat. Die Höhe der Flammen hat nicht nur unsere Nachbarn für einen Moment in Angst und Schrecken versetzt…

Der Jahreswechsel selbst wird hier recht unspektakulär gefeiert. Es gibt nicht einmal ein offizielles Feuerwerk der Stadt. Private Knallereien sind nicht möglich, da es dafür nirgends etwas zu kaufen gibt. Das hat dann doch ein wenig gefehlt, vor allem wenn wir an das Silvesterpanorama, das wir im letzten Jahr von unserem Balkon aus genießen konnten, zurückdenken. Never mind, Silvester kommt ja wieder…

Wo bleibt denn nun der Weihnachtsmann?

Er war schon da!

Das größte Paket natürlich zuerst.

Silvester 2009: Glühwein im Garten…

…bevor das große Spektakel…

…beginnt.

Was vom Christbaum übrig blieb

The Minnesotan Winter

Januar 10, 2010

Obwohl uns Deutschland betreffs Schnee- und Frostmeldungen nicht nachsteht, möchten wir kurz etwas über unsere bisherigen Wintereindrücke hier in Minnesota schreiben.

Zunächst einmal – es ist kalt, verdammt kalt. Letzte Nacht war mit -30 Grad Celsius die kälteste bisher in diesem Winter. Wir haben uns inzwischen an Tagestemperaturen zwischen -25 und -17 Grad gewöhnt und wenn es mal einen Tag im einstelligen Minusbereich gibt, kommt uns das fast warm vor. Es sind bisher etwa 50 cm Schnee gefallen, der bei oft strahlendem Sonnenschein wunderbar glitzert und einen annehmen lässt, es wäre draußen gar nicht so kalt. Man wird eines Besseren belehrt, sobald man einen Fuß vor die Tür gesetzt hat. Die Luft ist sehr trocken, weshalb wir im Haus Luftbefeuchter aufgestellt haben. Davon sind wiederum unsere Fenster zugefroren. Erst neulich habe ich unser Schlafzimmerfenster mit dem Fön enteist, um es nachts wenigstens etwas öffnen zu können.

Dennoch haben wir unsere Begeisterung für Minnesota und die Leute hier (vor allem deren bewundernswerte positive Einstellung in allen Lebenslagen) nicht verloren. Man hilft einander beim Schnee schippen, verabredet sich spontan zu einem Kaffee oder Playdate oder wird kreativ, wenn es um die Organisation und Gestaltung kalter Wintertage geht. In den Weihnachtsferien haben Eltern aus der Schule von Lilli und Hannes spontan ein ganzes Programm an Aktivitäten für alle Familien zusammengestellt. Die Zeit wird hier demnach trotz Winter nicht lang…

PS von Klaus: Angesichts einer Erkältung und der gerade beschriebenen Kälte musste ich das Radfahren dann doch einstellen und habe meine Wette leider verloren…

(Schnee-)Einsatz auf der Aldrich an Heiligabend

Unser Haus im Winter

Schneeberge auch im Garten

Unser Igloo

Bonfire mit Mary, Michael and Carter

Glühwein- und Hot-Apple-Cider-Verkostung im Garten…

…und danach: Fußbad

Unterwegs im Holly Trolley

Dezember 11, 2009

Am ersten und zweiten Advent lud das Minnesota Streetcar Museum zu einer kleinen Reise mit dem Holly Trolley ein – einer alten Straßenbahn, die auf den einzigen in Minneapolis verbliebenen Schienen zwischen dem Lake Harriet und dem Lake Calhoun entlang fuhr. Santa Claus war natürlich auch mit dabei und ein kleiner Chor sang alte und neue Weihnachtlieder – ein schöner Ausflug am Nikolaustag. Während Lilli gar nicht aufhören wollte, den Weihnachtsmann zu bestaunen, suchte Hannes jedes Mal das Weite, wenn er in unsere Nähe kam und war kaum für ein Foto zu überreden. Na, er wird so seine Gründe haben, der kleine Mann…

Der Holly Trolley

Lilli und der Weihnachtsmann – Hannes auf dem Sprung…

Markus, Meggi und Mila waren auch dabei

Familienfoto mit Santa Claus

My daily ride – revisited

Dezember 10, 2009

Vor ein paar Monaten hatte ich ja geschrieben, dass ich täglich mit dem Fahrrad auf Arbeit fahre. Nachdem ich im Zustand geistiger Umnachtung mit 2 Freunden eine Wette abgeschlossen habe, muss ich dies nun den ganzen Winter durchhalten – ich kann ein Bier und 50 Dollar gewinnen (Ruhm und Ehre natürlich nicht zu vergessen!), sollte ich mit Ausnahme von maximal 10 Arbeitstagen stets mit dem Fahrrad auf Arbeit fahren. Auf Arbeit halten mich zwar alle für verrückt, aber das soll mir egal sein.

Als ich die Wette abgeschlossen habe, war mir schon klar, dass es a) bei Schneestürmen und b) bei extrem kalten Temperaturen schwierig werden dürfte. Heute morgen hatte ich das erste Problem – ein Blizzard hatte über Nacht bis zu 8“ Schnee gebracht – und morgen früh soll die Temperatur gefühlte -29 °C betragen… Aber das ist ja noch lange kein Grund, um schlapp zu machen. Zum Glück waren heute morgen alle Fahrradwege geräumt – sonst wäre ich wahrscheinlich umgedreht. Und mit meinen „Sommerreifen“ bin ich vor allem auf der Straße nur schlingernd vorangekommen. Aber jetzt wird alles gut – habe gerade meine Winterreifen mit Spikes aufgezogen und bin nun bestens gewappnet.

Gegen Ende des Winters (bzw. falls ich die Wette schon eher verloren habe) kommt das nächste Update.

Mein neuer AusgehanzugMein neuer Ausgehanzug

Die neue Wunderwaffe mit SpikesDie neue Wunderwaffe mit Spikes


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