Als wir neulich in Deutschland zu Besuch waren (dazu komme ich später) und dieses Lied im Radio gespielt wurde, plapperten auf einmal zwei Stimmchen wie wild durcheinander: “Aber Mama, wir waren schon auf Hawaii, stimmt’s?” Und schon wurde von Erlebtem und Gesehenem erzählt und wir waren erstaunt, woran sich Lilli und Hannes noch so erinnern konnten…
Heute nun endlich nehme ich mir die Zeit, von unserem Urlaub zu berichten. Vielleicht habe ich deshalb so lange gezögert, weil ich weiß, dass es ein längerer Eintrag wird oder weil ich es schwierig finde, kurz und knapp darüber zu berichten – vielleicht ist es auch beides. Mal sehen, was daraus wird…
Ankunft: Nach der 10-stündigen Anreise kamen wir geschafft, aber voller Vorfreude im warmen Kahului auf Maui an, mieteten uns ein Auto und fuhren zu unserem Ferienhäuschen im Mama’s Fishhouse Inn direkt am Meer in der Nähe von Paia im Norden der Insel. Das Restaurant im Inn ist laut Reiseführer eines der Besten der Insel – wegen seiner Lage und der überaus leckeren Fischgerichte, was wir ein paar Tage später bestätigen konnten. Demenstsprechend war es gut gefüllt. Die großen Fenster waren geöffnet und das Stimmengewirr der Gäste vermischte sich mit dem Meeresrauschen. Da die Dämmerung einsetzte, wurden die Fackeln im Palmengarten angezündet… Was für ein Urlaubsbeginn!
Tag 1: Nachdem der Jetlag unsere Kinder um 4 Uhr früh hat wach werden lassen, wir um 5 Uhr ein ausgedehntes Frühstück im Dunkeln eingenommen hatten (Gott sei Dank hatten wir noch am Abend zuvor unseren Kühlschrank gefüllt), machten wir uns gegen 8 Uhr auf Richtung Westküste. Diese sollte uns von allem Gesehenen auf Maui am besten gefallen und am meisten beeindrucken – vielleicht, weil sie uns mit ihren Klippen ein wenig an die Küste Irlands erinnerte. Am Meer angekommen, hielten wir Ausschau nach Walen und konnten tatsächlich welche in der Ferne entdecken. Unser nächster Stop war Lahaina, ein hübsches Städtchen, das mit seinen vielen Lädchen und Restaurants alle Besucher zum Verweilen einlädt. Es war 10 Uhr und wir entschieden uns für ein zweites Frühstück, lag doch unser erstes 5 Stunden zurück. Nach einer kurzen Wanderung entlang der Küste ging es endlich an den Strand und in das glasklare, angenehm warme, blaue Wasser…
Der Courthouse Square in Lahaina
Tag 2: An diesem Tag ging es Richtung Osten auf der “Road to Heavenly Hana”. Der 109 km lange Highway hielt, was viele Reisführer versprachen und wir fanden schnell heraus, warum dieser Teil auch “The Land That Time Forgot” genannt wird. Atemberaubende Wasserfälle, wunderschöne, teils versteckte Strände, spektakuläre Küstenlinien, tropischer Regenwald – um alles zu sehen und zu erleben hätten wir mehrere Tage gebraucht. Wir haben deshalb versucht, das für uns Schönste und mit einem 2- und einer 4-Jährigen Erreichbare auszuwählen…
Auf einem Abstecher vom Hana Highway
Blick auf den “Black Beach” – dem einzigen schwarzen Strand auf Maui
Tag 3: Auf ging’s – dieses Mal entlang der Südküste. Am untersten Zipfel waren wir begeistert, als wir Delfine im Wasser umherspringen sahen. Klaus und ich konnten gar nicht genug davon bekommen, Lilli und Hannes verloren schnell die Geduld. Für die beiden war das Besondere wohl doch zu weit in der Ferne. Außerdem wollten sie so unbedingt an den Strand, dass ihr Desinteresse bald in Frust umschlug. Nun ja, wir mussten zugeben, dass sich unsere Strandaufenthalte bisher nur auf einmal kurz ins Wasser hüpfen und in der Sonne trocknen lassen beschränkt hatten. Alles andere erschien uns zu langweilig – schließlich gab es so viel zu sehen! Das war unseren Kindern jedoch so ziemlich egal und so ließen wir uns schließlich dazu überreden, den Rest des Tages am Strand zu verbringen, was letztlich doch sehr schön war (denn immerhin konnten wir die beiden vom Strandhopping überzeugen und haben so auch recht viel gesehen…)
Tag 4: An diesem Tag waren wir zunächst unterwegs im IaoValley State Park. Neben vielen kleinen Besonderheiten gibt es hier den vom üppigen Dschungel überwucherten Gipfel der Iao Needle, welche am Rande es Iao Flusses emporragt und vom Pu’u Kukui Crater umgeben wird, zu bestaunen. Die Kinder begeisterte jedoch eher unsere Wanderung entlang des Flusses. Das Herumklettern hat sie schließlich so geschafft, dass wir an diesem Tag erstmals eine Mittagspause einlegten und am späten Nachmittag beschlossen, unser Abendbrot mit an den Strand zu nehmen und den Sonnenuntergang zu genießen.
Tag 5: An diesem Morgen wurden wir um 6 Uhr durch unser Telefon geweckt. Die Managerin des Inns bat uns wegen einer Tsunami-Warnung unsere Sachen zu packen und uns auf “higher grounds” zu begeben. Die Aufregung kam (zumindest für mich) nicht erst in dieser Minute. Am Abend zuvor war das Fernsehprogramm aufgrund dieser Meldung unterbrochen worden und sie hatte mir eine schlaflose Nacht bereitet. Ich machte mich also sofort ans Kofferpacken, während Klaus gemütlich den Frühstückstisch deckte – schließlich wurde die Welle erst um 11 Uhr erwartet. Gegen 8 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Gipfel des Haleakala, einem Vulkan, der über 3000m über den Meeresspiegel ragt und sowieso noch auf unserem Programm stand. Dort sollten wir sicher sein. Erstaunlicherweise waren die Straßen recht ruhig, nur an den Tankstellen hatten sich teilweise kilometerlange Schlangen gebildet. Nach mehreren Stops und kleineren Ausflügen in die Kraterlandschaft kamen wir gegen 10 Uhr oben auf dem Gipfel an. Dort fiel uns auf, dass wir unsere Pässe im Safe unseres Ferienhauses vergessen hatten und während mir Angst und Bange wurde, überlegte Klaus, ob wir mit den vielen anderen dort auf die Welle warten oder aber ein Picknick auf dem Rückweg machen sollten. Nachdem ich mich etwas beruhigt hatte (wozu auch die Entspanntheit meiner Familie und aller anderen Leute, die uns begegneten, beitrug), entschieden wir uns für letzteres. Überall säumten parkende Autos die Straße und jeder wartete gespannt darauf, ob etwas passieren würde. Gesehen hat man von der Welle gar nichts, zumindest nicht von oben. Irgendwann am Nachmittag gab es die Entwarnung und wir entschieden uns, noch einmal die Westküste zu umfahren, dieses Mal von der anderen Seite. Beeindruckt hat uns dort das Nakalele Blowhorn. Dies ist laut Wikipedia “eine enge Öffnung am Ende einer Meereshöhle, die über die Höhlendecke hinauf ins Freie reicht. Wenn eine Brandungswelle auf die Mündung der Höhle auftrifft, wird sie durch die Höhlenwände zum Blowhole geführt, was bei geeigneter Geometrie der Höhle und den richtigen Wetterbedingungen zu spektakulären Wasserfontänen führt.” Letzteres können wir bestätigen. Den Abend verbrachten wir in Lahaina und ließen es uns bei einem vorzüglichen Abendessen in Forest Gump’s “Buba Gump Shrimp Restaurant” gut gehen.
Tag 6: Am Sonntag stand “Whale Watching” auf dem Programm. Nachdem wir den Vormittag am Strand verbracht hatten, ging es am frühen Nachmittag mit dem Boot die Westküste entlang. Während Lilli gespannt das Meer beobachtete, machte Hannes das Schaukeln des Bootes so müde, dass er im Stehen einschlief. Er verpasste damit das großartige Naturschauspiel, aber ich glaube, dass ihm das nicht so viel ausgemacht hat. Wir konnten gleich mehrere Wale beobachten, die in der Nähe des Bootes aus dem Meer sprangen – eine Erlebnis, das wir nicht vergessen werden. Unseren letzten Abend auf Maui verbrachten wir schließlich bei einem wundervollen Abendessen in Mama’s Fishhouse…
Spannung…
…und Entspannung beim “Whale Watching”
Ein bisschen zu spät am Drücker…
Tag 7: Mahalo Maui – Aloha Kauai. Nach einem einstündigen Flug landeten wir in Lihue und machten uns gleich nach unserer Ankunft auf in unser neues Ferienhaus wieder im Norden der Insel. Dieses Mal hatten wir ein kleines Häuschen auf einer Ökofarm gemietet und freuten uns schon sehr auf eine Woche inmitten der Natur. Wir wurden herzlich willkommen geheißen und uns wurde sofort angeboten, dass wann immer wir möchten, Obst und Gemüse der Farm ernten können. Dieses Angeobt nahmen wir sehr gern an und so gab es jeden Morgen frisch gepressten Grapefruitsaft und abends frische Avokados, Salat und anderes Gemüse. Lilli und Hannes waren besonders gern auf der Farm unterwegs und ließen es sich anschließend auf der Hängematte auf unserer Terrasse gut gehen. Ein bisschen gewöhnen mussten wir uns an unsere Mitbewohner, die Geckos, die überall im Haus zu finden waren und Klaus hin und wieder nervös machten…
Lilli und Hannes bei der Arbeit…
Tag 8: Wir fuhren entlang der Nordküste und entdeckten als erstes das Kilauhea Lighthouse – malerisch gelegen und nur einen Katzensprung von unserem Ferienhaus entfernt. Da es an diesem Tag sehr windig war, verbrachten wir eine ganze Weile damit, die gigantischen Wellen zu beobachten, die sich an den Felsen der Küste brachen. Danach kamen wir auf einer kleinen Wanderug zu einem schönen Strand, bei dem ein kleiner Fluss ins Meer mündete. Für Lilli und Hannes gab es kein Halten – der winzige Strom war ihrer… Wir fuhren schließlich über das wunderschöne Städtchen Hanalei bis zum Ha’Ena State Park. Diesen in Ansätzen zu entdecken, nahmen wir uns für einen anderen Tag vor.
Traumhafte Landschaft in der Nähe von Hanalei
Tag 9: An diesem Tag erkundeten wir den Westen der Insel. Da Kauai nicht umfahrbar ist, fuhren wir zum äußersten Zipfel der Westküste und genossen Sonne, Strand und Meer mit Blick auf die wunderbare Na Pali-Küste. Auf der Rückfahrt fuhren wir zum Waimea Canyon State Park. Leider hatten wir kein Glück mit dem Wetter, so dass wir uns nur für eine kurze Wanderung am Rande des Canyons entschieden.
Kurze Pullerpause und weiter geht’s…
Tag 10: Wir hatten uns für diesen Tag eine Dschungelwanderung im Inneren der Insel ausgesucht. Es kostete etwas Zeit und Mut (wir hatten keinen im Reiseführer empfohlenen Allradantrieb und die Straßen waren unbefestigt und schlammig) zu deren Ausgangspunkt zu gelangen, doch die Mühe hatte sich gelohnt. Wir alle genossen unsere kleine Entdeckungsreise durch den Regenwald sehr und es war besonders aufregend zu wissen, dass dort einige Szenen des Films “Jurassic Park” gedreht worden waren. Lilli und Hannes hielten deshalb ständig nach Sauriern und deren Fährten Ausschau und sind selten so gut und weit gelaufen ohne sich zu beschweren. Am Abend belohnten wir uns mit einem äußerst leckeren Abendessen im “Beach House” und genossen den Blick auf das Meer und den Sonnenuntergang.
Nicht sehr spektakulär, aber ein Foto wert: Das Eingangstor aus dem Film “Jurassic Park”
Nach einem langen, schönen Tag: Verdienter Ausblick vom Beach House
Tag 11: Pause – einen Tag nur Sonne, Sand und Meer an den Stränden im Osten der Insel, an denen das Meer etwas ruhiger ist. Klaus und ich versuchten abwechselnd das Schnorcheln und entdeckten ein Stück bunte Fischwelt im Pazifik.
Tag 12: Ein Stück des 18km langen Kalalau Trail entlang der Na Pali Küste wollten wir wenigstens gehen, um die schönste landschaftliche Attraktion auf Kauai in Ansätzen gesehen zu haben Die fast 50 km lange Küste voller Klippen und Täler ist eines der Wahrzeichen von Hawaii und in jedem Bildband oder Reiseführer zu finden. Zwischen den scharfkantigen Bergen liegen grüne Täler, zum Meer hin werden sie von halbmondförmigen, gelben Sandstränden begrenzt. Eine Erschließung mit Straßen war in diesem Gelände nie möglich, deshalb kann man die Küste nur zu Fuß – auf dem Kalalau Trail – per Helikopter aus der Luft oder mit Booten vom Meer aus erkunden. Die letzten beiden Möglichkeiten wären zu abenteuerlich für die Kinder gewesen. Wir nahmen uns deshalb vor, wenigstens die erste Klippe zu Fuß zu erklimmen, um einen Blick auf die Küste zu erhaschen. Lilli und Hannes machten ihre Sache prima und so war auch der Weg hinab gar kein Problem. Diese Wanderung war eine unserer schönsten…
Ach, wie ist das Leben schön – Lilli auf dem Kalalau-Trail
Unterwegs auf schlammigen Wegen
Geschafft: Blick auf die Na Pali Küste
Tag 13: Am letzten Tag freuten wir uns auf unseren schon weit im Voraus gebuchten Lu’au. Dieses hawaiianische Fest ist eine Kombination aus Hula-Vorführung und traditionellem Essen. Für Letzteres wird oft ein Erdofen verwendet, bei dem eine Vertiefung in der Erde mit heißen Steinen ausgelegt ist. Ein Kalua-Schwein wird in Bananen- und Ti-Blättern eingewickelt, auf die Steine gelegt und mit Erde zugedeckt. Über einen Zeitraum von ca. 9 Stunden wird das Schwein im Ofen gebacken. Klaus sprach den ganzen Tag von nichts anderem, ich bin mir jedoch sicher, dass er sich an unser letztes Stranderlebnis an diesem Tag noch sehr gut erinnern kann. Direkt neben uns hatte es sich nämlich eine Robbe gemütlich gemacht und genoss wie wir nach unserer letzten Dschungelwanderung am Morgen die frische Brise des Meeres.
Letzte Kletterpartie im Dschungel
Lilli ganz stolz auf dem Lu’au
Am nächsten Tag ging es zurück nach Minneapolis… Mein Bericht ist nun doch recht lang geworden, aber nicht vollständig. Mehr Fotos und Erinnerungen werden gern bald in Dresden gezeigt bzw. erzählt.



















