Homebrewing

Dezember 10, 2009

Letzten Samstag habe ich mich zum Homebrewing bei einem Nachbarn eingeladen. Homebrewing ist hier in Minnesota sehr verbreitet – aber was soll man den langen Winter durch auch sonst machen. Rick und 2 seiner Kumpel brauen jedenfalls schon seit ein paar Jahren und – wie ich als Bierkenner sagen muss – durchaus mit Erfolg. Neben der Kenntnis des ganzen Prozesses des Bierbrauens habe ich nun auch ein grundlegendes Verständis der unterschiedlichen englischen Bierbezeichnungen und der klimatisch bedingten alkoholischen Landkarte Europas…

Hier ist übrigens der Link zum von uns gebrauten Bier.

Drew und Michael beim Zubereiten der MaischeDrew und Michael beim Zubereiten der Maische

Der allerwichtigste Schritt;-) - das Zugeben des HopfensDer allerwichtigste Schritt;-) – das Zugeben des Hopfens

Drew und Rick beim Befüllen der Gärbottiche mit der WürzeDrew und Rick beim Befüllen der Gärbottiche mit der Würze

Fahrprüfung (endlich) bestanden

Dezember 2, 2009

Im allerersten Artikel hatte ich mal die Fahrprüfung erwähnt, die man in Minnesota ablegen muss, wenn man sich länger als 60 Tage hier aufhält. Nun, ich hatte damals verschwiegen, dass ich zu dem Zeitpunkt schon einmal durch die theoretische Prüfung gefallen war. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass Klaus schon ein wenig Schuld  daran war – natürlich war es nicht allein meine – schluchz . Er war ganz wild darauf, die Fahrprüfung in der 2. Woche nach unserer Ankunft abzulegen und lernte die verschiedenen (neuen) Regeln wie wild. Ich hatte damals – kaum angekommen – überhaupt keine Lust zum Lernen und außerdem hatten wir in dieser Woche Besuch von Frauke, mit der ich so viele schöne Abende verbracht habe, an denen wir über alles andere nur nicht über Verkehrsregeln geredet haben.

Trotzdem dachte ich mir, dass ich es ja mal versuchen könnte, schießlich fahre ich schon seit 16 Jahren Auto. Ich hatte jedoch nicht mit Fragen wie folgt gerechnet:

You may not park within how many feet of a fire hydrant? 5, 10, 15 or 20?

oder:

When a school bus is stopped with its red lights flashing and its stop arm extended you must stop your vehicle at least how many feet from the bus? 10, 20, 30 or 40?

Slippery or winding road? (An die anderen Antwortmöglichkeiten erinnere ich mich nicht mehr.)

Und so weiter und so weiter…

Immerhin 74% habe ich ohne zu Lernen geschafft, aber das hat eben nicht gereicht.

Letzte Woche bin ich das Ganze erneut angegangen (war ja schon mächtig überfällig!) und sowohl den Knowledge Test als auch den Road Test sofort bestanden. Ja, man muss auch noch mal eine praktische Fahrprüfung machen. Ist schon komisch, wenn man nach so vielen Jahren noch mal zeigen muss, das man einparken, das Lenkrad richtig halten und den Schulterblick im richtigen Augenblick machen kann. Der Road Test wurde übrigens nicht wie bei uns auf öffentlichen Straßen absolviert, sondern auf einem großen Übungsgelände. Trotzdem war ich mächtig aufgeregt und am Ende glücklich, dass ich das jetzt hinter mir hatte…

One Day in the Life of an Elf at Macy’s and the Minneapolis Holidazzle

Dezember 2, 2009

Den 1. Adventsabend verbrachten wir in Downtown. Macy’s lockte mit der Märchenlandausstellung “One Day in the Life of an Elf”, das auf der gesamten 7. Etage des Warenhauses aufgebaut war. Zu sehen gab es wundervoll dekorierte Zimmer, Gärten und Werkstätten mit animierten Puppen, singenden Bäumen und tanzenden Tieren. Hannes und Lilli verfolgten begeistert das Leben der kleinen Elfe – vom Aufwachen bis zum Verpacken der Geschenke in der Werkstatt vom Weihnachtsmann und waren natürlich kaum aus der sich der Ausstellung anschließenden Spielwarenabteilung des Kaufhauses heraus zu bekommen. Irgendwie konnten wir die beiden jedoch verstehen – es war schon ein kleiner Traum, den es da zu sehen gab und wer möchte davon nicht etwas mitnehmen…

Nun gut, nach mehreren Rundgängen durch die Abteilung und die Aussicht auf Kakao und Kuchen ließen sich die Zwei zum Gehen überreden. Außerdem stand noch ein weiteres Highlight an. Bis zum 20. 12. gibt es donnerstags bis sonntags um 18:30 Uhr auf der Nicollet Mall in Downtown den Minneapolis Holidazzle zu sehen. Das ist eine Lichterparade, bei der Leute und mehrere geschmückte Wagen verschiedene Märchen oder andere Motive nachstellen – alle und alles bunt beleuchtet und glitzernd. Amerika, wie man es zur Weihnachtszeit kennt. Doch irgendwie ist dieser Kitsch auch zu bewundern und auf jeden Fall wert, wenigstens einmal gesehen zu werden…

Lilli vor dem Schlafzimmer der kleinen Elfe

Die Weihnachtswerkstatt

Danach gab es Kiddie Cocoa, Latte and Tea at Starbucks

The Minneapolis Holidazzle

Hansen Tree Farm

Dezember 2, 2009

Schön, dass die Amerikaner unsere Familientradition teilen und den Weihnachtsbaum recht zeitig aufstellen. Pünktlich zum 1. Adventswochenende machten wir uns auf den Weg, um eine schöne Tanne für unser temporäres Zuhause zu besorgen. Klaus hatte in diesem Jahr die Idee, unseren Baum selbst zu fällen. Also fuhren wir ein Stück stadtauswärts Richtung Norden zur Hansen Tree Farm – eine von vielen Farmen hier, die diesen “Service” anbieten. Am Eingang wurde uns eine Säge und eine Karte in die Hand gedrückt und los ging’s. Schon nach kurzer Suche hatten wir eine schöne “Balsam Fir” gefunden und gefällt!

Während unser Baum verpackt und auf unser Auto geladen wurde, stärkten wir uns mit Hot Dogs und warmem Apple Cider am Lagerfeuer und vertrieben uns schließlich den restlichen Vormittag auf der Farm mit einer Hay Ride und einer Strohschlacht.

Papa, ich mach dann mal los…

Klaus assistierte nur kurz

Kleine Stärkung…

…und auf ging’s zu einer kleinen Traktorrundfahrt

Was machen wir jetzt?

Eine Strohschlacht!

Seit dem 1. Advent (für amerikanische Verhältnisse bescheiden, aber) festlich geschmückt – Unser Weihnachtsbaum

Happy Thanksgiving

Dezember 2, 2009

Wir hatten das große Glück, Thanksgiving mit einer amerikanischen Famile feiern zu dürfen. Mary (ihr Sohn Carter ist in Hannes’ Kita-Gruppe) hatte uns in das Haus ihrer Eltern in Taylors Falls eingeladen.

Es war ein wundervoller Tag. Mary hatte mir vorher erzählt, dass ihre Eltern über unseren Besuch genauso aufgeregt waren wie wir. Ihre Mutter Carol hatte sich noch extra vor dem Fest belesen, um uns auch wirklich mit allen Traditionen, die mit Thanksgiving zu tun haben, vertraut zu machen.

Wir wurden herzlich empfangen, so als würden wir schon immer dazu gehören. Es wurde erzählt, gelacht, gesungen und natürlich gegessen. Traditionell gab es Truthahn mit ungefähr einem Dutzend Beilagen und Desserts. Wir waren alle rundum glücklich und voll mit leckerem Essen.

PS: Wieso genau wird eigentlich Thanksgiving gefeiert? Mhmm, ich wußte es auch nicht mehr, aber es gibt ja die Bibliothek und vor allem das Internet:

The First Thanksgiving
When the Pilgrims
first gathered together to share
with their Indian friends
in the mild autumn air,
they lifted the voices
in jubilant praise
for the bread on the table,
the berries and maize,
for field and for forest,
for turkey and deer,
for the bountiful crops
they were blessed with that year.
They were thankful for these
as they feasted away,
and as they were thankful
we’re thankful today.

Mary’s Bruder Joseph am Klavier: “Jingle Bells, Jingle Bells…”

Ihr Vater Dennis mit dem guten Stück

Der fürstlich gedeckte Tisch. Und wer ist mal wieder der Erste…?

Herzlichen Dank, liebe Paquettes!

Saint Martin’s Day Celebration in St. Paul

November 23, 2009

Am 8. November wurde in St. Paul Sankt Martin gefeiert. Los ging es am Nachmittag im Landmark Center, wo wir uns mit einigen anderen deutschen Familien verabredet hatten. Dort konnten die Kleinen die Laternen für den Umzug basteln und die Großen deutsche Blasmusik, Glühwein und allerlei andere German Treats genießen.

Danach gab es einen kleinen Umzug und ein kurzes Schauspiel zur Geschichte von Sankt Martin – auf deutsch! Als Nichtkirchengänger wissen wir nun über den auf einem Schimmel reitenden Heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilt, genau Bescheid.

Abends waren wir schließlich bei Markus, Meggi und Mila zum Abendessen eingeladen. Es gab Kürbissuppe und Weckmänner. Lecker…

Lilli und Lisa mit ihren selbstgebastelten Laternen und zwei “Prinzessinnen”, deren Funktion uns nicht ganz klar war.

Hannes verbrachte die Zeit des Laternenbastelns lieber damit, schon mal die Weckmänner zu probieren.

Beim Umzug

Hoch zu Ross: Der Heilige Martin

 

Trick or Treat

November 23, 2009

Mit großer Spannung wurde von uns allen Halloween erwartet. Die Häuser in der Nachbarschaft waren schon seit Wochen eher herbstlich oder gruselig geschmückt und Lilli und Hannes hatten große Freude daran, die (teilweise künstlerisch geschnitzten) Kürbisse, Grabsteine und Skelette in den Nachbargärten zu bestaunen und zu zählen. Richtig Spaß machten die Spaziergänge jedoch erst  in der Dämmerung, wenn alles beleuchtet wurde oder eigenartige Geräusche zu hören waren…

Auch im Kindergarten wurde Halloween gefeiert. Lilli und Hannes hatten sich dabei für weniger gespenstische Kostüme entschieden – Lilli ging als Fee und Hannes (wie konnte es anders sein) als Feuerwehrmann.

Halloween selbst fiel auf einen Sonntag und der Vormittag wurde zu Hause mit dem Versuch verbracht, mit den Kürbisschnitzereien der Nachbarschaft mitzuhalten. Natürlich war unser Ergebnis nicht mit den Kunstwerken der Amerikaner zu vergleichen, aber wir haben uns große Mühe gegeben, oder (siehe unten)?

Am frühen Abend sind wir dann zusammen mit einer anderen Familie von unserem Block zum “Trick or treat” losgezogen. Lilli und Hannes waren anfangs etwas schüchtern und ließen Francis, Cooper und Aristoteles brav den Vortritt, als sie aber bemerkten, was da für Leckereinen verteilt wurden, waren sie voll und ganz dabei. Schön war auch, dass bei manchen Häusern auch an die großen Trick or Treater gedacht wurde. Hier gab es ein Bier oder ein Glas Wein, dort ein paar kleine Häppchen und überall war Zeit für ein kurzes Schwätzchen. Ach, schön war’s…

Wieder zurück zu Hause, verteilten die Kinder mit Eifer unsere Treats und waren begeistert von den verschiedenen Kostümen. Lilli fragt nun häufig, wann sie sich das nächste Mal verkleiden kann, denn sie hat da so einige Ideen – Pirat, Polizist, Gespenst…

Lilli ist bereit für Halloween…

Jetzt noch schnell das Haus geschmückt……mit zwei supergruseligen…

…Kürbisgespenstern aus eigener Fertigung.

Und dann: auf geht’s zum Trick or Treat. Bei Drew von nebenan gab es selbstgebrautes Bier für Klaus.

Was gibt’s denn hier – Süßes oder Saures? (Man beachte die Kürbisse!)

Afton Apple Orchard

November 17, 2009

Auch wir wollten unser Haus mit Kürbissen für Halloween aufrüsten und außerdem hatten wir Appetit auf ein paar so richtig leckere selbst gepflückte Äpfel. Rund um Minneapolis gibt es jede Menge Obstfarmen, die mit verschiedenen Attraktionen locken, z. B. Vogelscheuchen-Austellung und -Wettbewerb, Pony- und Kamelreiten oder einer riesigen “Corn-Maze”.

Der Afton Apple Orchard war nicht allzu weit entfernt und gleich nach unserer Ankunft, stürzte sich Klaus auf den Probierstand, wollte er doch nur die besten Apfelsorten pflücken. Dann ging es ab auf den Heuwagen in die Apfel- und Kürbisfelder. Bei jeder Apfel- und Kürbissorte wurde gehalten und man konnte zu- und absteigen so oft man wollte. Wir merkten jedoch bald, dass unsere Tragekapazitäten nicht ausreichten für das, was wir mitnehmen wollten, also beschränkten wir uns auf einen Kürbis und mehrere Beutel voller Äpfel.

Zurück auf der Farm bestaunten wir die Herstellung von traditionellem “Apple-Cider”, probierten ihn und nahmen natürlich auch eine Gallone davon mit. Die Kinder tobten sich auf der Heurutsche und dem Riesenspielplatz aus und durften schließlich noch die Tiere im Streichelzoo füttern.

Nachdem wir unsere Einkäufe sicher im Auto verstaut und uns auf der Farm bei einem Bauernpicknick und noch mehr Cider gestärkt hatten, ging es auf zur Corn-Maze. Klaus freute sich voller Ehrgeiz auf das Vergnügen. Er wurde jedoch schnell in mehrere Diskussionen mit den Kindern verstrickt, die meinten, sie wüßten definitv wo es lang geht, so dass unsere Suche nach dem Weg nach draußen doch etwas länger dauerte. It was fun, though…

Auf zur Apfelernte

Doch während Lilli fleißig pflückte…

…probierten Hannes…

…und Klaus eine Apfelsorte nach der anderen.

“Papa, wenn Du wissen willst, wo’s hier raus geht, frag uns.”

Wer sagt’s denn…

Firefighters Hall and Museum

November 17, 2009

Feuerwehren sind das Beste überhaupt – zumindest zur Zeit für unseren lieben Hannes. Und nachdem sein erster englischer Satz im Kindergarten lautete: “Nadiya, where is the fire truck?”, waren wir uns sicher, dass wir mit dem Besuch des Feuerwehrmuseums nicht bis zum Winter warten können. Deshalb sind wir auch gern an einem warmen, sonnigen Samstag (das Museum hat leider nur samstags geöffnet) statt zum Wandern in das “Firefighters Hall and Museum” gefahren.

Hannes war überglücklich, aber auch Lilli war schnell begeistert, gab es doch zum Eintritt einen (Plaste-)Feuerwehrhelm zum Mitnehmen für jedes Kind. Dann konnten sämtliche Feuerwehren bestaunt und einige von innen erkundet werden. Die Rutschstange wurde mehrfach auprobiert, die Renner waren jedoch die verschiedenen Feuerwehrsimulatoren. Mehrere pensionierte Feuerwehrleute plauderten sichtlich gern aus dem Nähkästchen und beantworteten begeistert sämtliche Fragen. Zum Abschluss gab es noch eine Fahrt um den Block mit einer richtigen (Museums-)Feuerwehr. Hannes war selig…

Wachtmeister Hannes und die Löschmeister Lilli und Klaus

Was habe ich eigentlich noch nicht gesehen?

Wohin geht’s zum Einsatz?

Die alles krönende Abschlußfahrt

Der erste Schnee

Oktober 13, 2009

So here we go – winter has arrived… Hoffentlich noch nicht für das nächste halbe  Jahr, hatten wir doch auf einen goldenen Herbst gehofft. Den gab es bisher nur an wenigen Tagen – immerhin waren wir vor 3 Wochen noch am Lake Ann zum Baden!

Aber es war schon irgendwie lustig am 11. Oktober mit einem warmen Tee auf der Couch zu sitzen und den tanzenden Schneeflocken draußen zuzusehen. Schade war nur, dass meine Eltern, die uns in den letzten 3 Wochen besucht haben, überhaupt kein Glück mit dem Wetter hatten. Es gab viel Regen und es war kalt – so richtig kalt.

Trotzdem haben wir versucht, das Beste draus zu machen. Wir haben ein Wochenende am Mille Lacs Lake verbracht (leider ist es dort weniger schön als erwartet), waren dann für 3 Tage an der Nordküste des Lake Superior (absolut phantastisch – wunderschöne Ausblicke von den Klippen, entspannte Wanderungen durch herbstliche Wälder,  tolle Wasserfälle… – haben sofort beschlossen, im Frühjahr, wenn es das hier gibt ; ) noch einmal dahin zu fahren) und entspannten schließlich noch ein paar Tage am Gull Lake.

Auch Angelerfolge gab es zu verzeichnen. 4 große Lachse haben Klaus und mein Vater aus einem Fluß am Lake Superior gefischt und abends gegrillt. Lecker, lecker…

An den Tagen zwischen unseren Ausflügen habe ich meinen Eltern viel von Minneapolis und der Umgebung gezeigt und die Nähe unseres Hauses zur Mall of America schätzen gelernt. Sie bietet an regnerischen Tagen nicht nur Shopping-Vergnügen, sondern u.a. auch eine phantastische Underwater-World oder ein abenteuerliches Mittagessen im Rainforest Cafe, in dem es zwischendurch schon mal laut gewittert und regnet und künstliche Riesenaffen lauthals von einem Baum zum anderen schwingen…

Bis bald (habe mir vorgenommen, von jetzt an jede Woche ein paar Zeilen zu schreiben) und liebe Grüße aus dem kalten Minnesota!

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Unser winterlicher Garten

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Der 1. Schneemann

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Auf den Klippen des Palisade Head am Lake Superior

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Petri Heil – Angelerfolg am Lake Superior


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